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Immobilien in Erlangen, 73 Ergebnisse

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Universitätsstadt mit historischer Bausubstanz
Das urkundlich 1002 erstmals erwähnte Villa Erlangon (Dorf Erlangon) gehörte zum Bistum Würzburg und bezeichnete wahrscheinlich das heutige Alterlangen. Gesichert ist, dass sich im Schatten der Handelsmetropole Nürnberg ein Dorf namens Großenerlangen (Nennung 1348) entwickelte und Alterlangen stagnierte. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) waren das Dorf und das Umland fast zwanzig Jahre mehr oder minder unbewohnt. Durch die Aufhebung des Ediktes von Nantes (13.04.1598 / Glaubensfreiheit der Hugenotten) durch Ludwig XIV (1638-1715, König von Frankreich und Navarra ab 1643, auch der Sonnenkönig genannt) setzte eine Fluchtwelle von Frankreich aus ein, Markgraf Christen Ernst (1644-1712, Markgraf von Brandenburg-Bayreuth) bot den geschäftstüchtigen Hugenotten Siedlungsraum in Erlangen an. Das ehemalige Dorf entwickelte eine beachtliche Größe, im Laufe der Zeit entstand eine Barockstadt, in der noch heute viele der wunderschönen Gebäude vorhanden sind, da Erlangen von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs (1939-1945) weitestgehend verschont blieb. Markgraf Friedrich III von Brandenburg-Bayreuth (1711-1763) stiftete 1742 die Universität in der Residenzstadt Bayreuth, die Verlegung nach Erlangen erfolgt bereits 1743.

Die Innenstadt von Erlangen ist nicht wie bei den meisten anderen Städten gewachsen, sondern gebaut nach den Plänen des markgräflichen Oberbaumeisters Johann Moritz Richter (1647-1705, thüringischer Stadtplaner und Architekt). Als ideale barocke, symmetrische Planstadt entworfen, sollte nach der Fertigstellung (Baubeginn 1686) Wohnraum für insgesamt ungefähr siebentausendfünfhundert Familien geschaffen sein, wobei Richter die vollständige Umsetzung seiner Pläne nicht mehr erlebte. Abgeschlossen waren die Baumaßnahmen erst Mitte des achtzehnten Jahrhunderts, das Ergebnis ist ein heute in Deutschland einzigartiges Ensemble. Die wunderschönen zwei- und dreigeschossigen Barockhäuser sind begehrter Wohnraum, teilweise luxuriös saniert und in hervorragendem Zustand.

Beim Stadtbezirk Burgberg handelt es sich um das Villenviertel von Erlangen. Die dortige Bebauung stammt teilweise von den Honoratioren und Professoren, die dort kleine Gärten mit Gartenhäuschen unterhielten. Der von dem Reichspostmeister 1770 errichtete Vergnügungspark erhielt seine Verwandlung als Villenviertel zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts, im Umfeld entstanden großzügige Einfamilienhäuser. Der Bezirk gilt heute als die begehrteste Wohnlage und erste Adresse der Stadt. Im Gegensatz zum Burgberg gehört Sieglitzhof nicht unbedingt zu den besseren Wohngegenden. Die Bebauung stammt überwiegend aus der Zeit um 1955 - mit dem typischen Charme dieser Häuser, von der alten Struktur mit den Bauernhöfen ist kaum mehr etwas zu merken.

Nahe der Universität befindet sich Röthelheimpark, ein Gebiet mit Mischbebauung auf dem Gelände der ehemaligen Ferris Barracks der US Army. Das Naturschutzgebiet Exerzierplatz stellt eine grüne Oase am Rande einer Siedlung dar, in der sowohl Wohn- als auch Gewerbebauten stehen. Der neu geschaffene Stadtteil sollten innovative Bauten und Wohnformen aufweisen und Generationen übergreifende Strukturen enthalten. In dem durchaus reizvollen Bezirk leben viele Studenten und Angestellte, es gibt sowohl Wohnblocks als auch in Ein- und Zweifamilienhäusern. Die Wohnanlage St. Johann stellt das krasse Gegenteil dar, das größte Wohngebäude Bayerns hat die charakteristische Ausstrahlung der Wohnsilos der siebziger Jahre. Die Wohnungen sind in dem Vierundzwanzigtausend-Quadratmeter-Komplex nicht wirklich begehrt, das Gebiet nicht frei von sozialen Spannungen.

Die etwas außerhalb von Erlangen liegende Gemarkung Büchenbach hat zwar ihre dörfliche Struktur und historische Bebauung weitestgehend behalten, dennoch entstanden viele Neubauten, was zu einer starken städtischen Prägung führte. Im Kern sind noch immer landwirtschaftliche Betriebe, alteingesessenen Handwerker und Geschäfte. Büchenbach wird aufgrund seiner hübschen Umgebung gerne als Wohnort gewählt, wobei die Orientierung der "Neubürger" dabei jedoch eher auf die Innenstadt von Erlangen gerichtet ist.
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